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Globalisierung und alles ist gut ?

Oktober 29, 2016

Stellet sich neulich die Frage…

…nein es war eigentlich keine Frage, sondern mehr die Festellung von Seppo, einem Blogger aus meines Blog-Abos, kann ich übrigens immer wieder gerne empfehlen mit gemischten aber auch vielgeschriebenden Gesichten…, also warum Globalisierung gut ist ?

Mein Kommentar dazu war dann zuerst:

Hallo Seppo,

da hast Du aber mal ganz tief Luft geholt und Deine respektable Meinung so gut es nur geht untermauert. Ich will da jetzt auch gar nicht gegen angehen, sehe aber schon das der eine oder andere Punkt eben anders verstanden wird.

Ich sehe in der Globalisierung grundsätzlich auch nichts schlechtes.

Tatsächlich hat sich auch einiges für die einfachen Menschen zum Besseren gewendet. Doch leider muß ich immer mehr erkennen, das die großen Nutznießer eben nicht die unteren Milliarden sind, sondern doch eher die oberen Zehntausend. Stichwort Besitzverteilung auf globaler Ebene.

Für meinen Geschmack wird der Begriff Globalisierung zu einseitig einem reinen Wirtschaftswachstum hin geopfert. Viele ethische Grundsätze, eigentlich sollten sie jedem bekannt sein, werden recht geschickt ausgehölt.

Und das sind dann auch so Punkte wie sie zB. mit TTIP & Ceta kommen werden. Über Jahre bewährte und unabhängige Justiz soll in nicht ganz unerheblichen Umfang durch Schiedsgerichte umgangen werden. On top, noch rechtlich verbindlich für die Vertragsparteien. Ein Megamanko in meinen Augen.

Über die Presse brauchen wir uns auch hier keine Gedanken machen. Echte unabhängige Presse hat es, wenn überhaupt, nur im geringstem Umfang gegeben. Das wird hier, genauso wie in den von Dir benannten Ländern, sich kaum ändern. Hier ist der mündige Bürger am Zuge, eine potentielle Eigenmeinung zu bilden.

Doch leider wird diese Meinungsbildung von der Gesellschaft immer weniger angestrebt, Thema Schulbildung, ich habe drei Kinder und es ist haarsträubend was heute in den Schulen läuft… . Vom konsumorientierten Massen-TV brauche ich erst gar nicht reden.

Man kann es halt sehen wie man will, sollte aber nicht die Hoffnung aufgeben. Und nicht so überrascht tun, sollte sich mal wieder ein geschichtlich bereits bewährter Lauf wiederholen…

Die Rückantwort seitens Seppo war dann:

Danke! Wir sind uns durchaus einig.“

Kurz und knapp schob ich dann noch ein…

Der Erwachsene und ebenso mündige Bürger sowie Erdenbewohner darf diese „schönen Dinge“ durchaus mal kritisch betrachten.
Sollte ihm was unklar sein oder gar unstimmig erscheinen dann sollte er, mit Verlaub gesagt – sein Maul aufmachen !

Da ich jetzt noch einen Newsreader von Sven Giegold, seines Zeichens Mitglied im Europaparalment Sprecher Europagruppe Grünen, bekomme, fiel mir ein Zusammenahng auf. Hier greife ich mal ein wzei Textzeilen heraus, ja um auch nicht den ganzen langen Text als langweillige Wiedergabe einzustellen um noch ein paar Nachharkpunkte auf den Grundansatz von Seppo loszuwerden.

Klare Kompetenzverteilungen schließen die gesellschaftlichen Gräben über die Ausrichtung der Handelspolitik nicht. Damit Europa handlungsfähig ist, müssen Kompetenzen zwischen nationaler und eurpäischer Ebene klar geregelt sein. Aber: Selbst wenn die Kompetenzen klar getrennt sind, darf in der Handelspolitik nicht technokratisch durchregiert werden. Wer nun allein eine Debatte über die Kompetenzverteilungen führt, verschließt die Augen vor dem gesellschaftlichen Konflikt in der Handelspoltik. Die Komplexität des CETA-Vertrags zeigt eindeutig, dass Handelspolitik Gesellschaftspolitik ist. Die Frage, die die Menschen derzeit so umtreibt, ist inwieweit ein Handelsabkommen nicht nur technische Standards sondern auch gesellschaftliche Standards regeln soll. CETA ist ein übergriffiger Vertrag, der nicht nur Zölle abbaut und technische Standards harmonisiert, sondern tief in gesellschaftliche Standards und demokratische Strukturen eingreift. …“

So kurze Atempause – es ist mal wieder Samstagvormittag und ich komme dann doch nicht wieder umher, mein „Maul auf zu machen“.

Erste Kernfrage, oder noch besser – Feststellung – ist, das Globalisierung tatsächlich nicht schlecht ist. Nur leider sehe ich das tatsächlich anders als Seppo und wohl auch als viele andere Menschen dieser Welt. Wie sehe ich es ? Ganz einfach…

Die Geschichte der Globalsierung

Globalisierung ist keine dieser neuzeitlichen Erfindungen, wie man uns, also dem einfachen, leider zumeist recht unwissenden Volk glauben machen möchte. Globalsierung hat es schon immer gegeben und hat auch immer funktioniert. Mal gut, mal weniger gut. Das es auch mal weniger gut lief, lag aber zumeist nicht an der Globalisierung selbst, sondern an der Umsetzung oder noch besser, an den Leuten die es dann zu ihren Gunsten umgebogen haben.

Also Globalisierung hat es schon bei den alten Römern geben, die Ägypter waren auch nicht ganz ohne, Griechen und auch im mittleren Osten war man nie ganz untätig. Globasierung ist nichts anderes als Handel mit anderen Völkern. Natürlich mußte man dafür Grenzen überschreiten, andere Kulturen und deren Sprache kennen lernen, denn sonst wirde das nix. Wer also schon damals dachte, ich geh da jetzt hin, stelle mich großkotzig hin, bedränge diesen Herrscher oder deren Volk, dann war die Handelsbeziehung eher was für´n Arsch – ganz grob gesagt.

Es war also immer ein Geben und ein Nehmen. Sieht man, um mal ein Beispiel zu nehmen, gut an der Römern. Ich will die Römer jetzt nicht über alles hinaus loben, ja auch sie haben Länder überfallen und ausgebeutet, Thema Ethik wäre dann hier mal anzusetzten, so war das eben damals, aber sie haben sich dann auch darum gekümmert. Straßen wurden gebaut, der Aquädukt ( ja wie bei Das Leben des Brian ) und und und. Letztendlich sind sie aber auch an ihren fehlenden ethischen Grundlagen gescheitert. Was zumindest ein Grund war.

Um dann noch mal ein extrem negative Beispiel einzuwerfen könnte man sogar sagen, das das Dritte Reich durchaus auch eine Form der Globalisierung war. Zum Glück war. Denn was uns da erwartet hätte…

Ethik, Respekt und Globalisierung

Der oben schon eingeworfenen Begriff der Ethik ist also mehr oder weniger einer der Grundsteine zu einer wirklich funktionierenden Globalisierung. Ethik alleine genannt kann mn natürlich auch wieder so definieren, das sie einem in den Kram passt. Auch dafür gibt es leider genug Beispiele ( eines da wäre Gua Tanamo: auf der einen Seite für die freiheitlichen Rechte kämpfen wollen, auf der anderen Seite…, ja ne´ iss klar. ). Doch im Zusammenspiel mit dem Begriff Respekt wird das schon wieder schwieriger.

Globalisierung hat immer nur gut, und zwar für alle Seiten, funktioniert, wenn man sich gegenseitig respektiert hat und eben nicht versucht hat seine Ansichten dem Gegenüber auf zu schwatzen, aufzudrängen oder per Vertrag ihn dazu zu verpflichten. Leider ist das auch schon der Übergang zu dem was wohl zur Zeit versucht wird umzusetzten.

TTIP & Ceta…

…sind die wohl zur Zeit besten Formen, besten Formen in dem Sinne, das sie langzeitlich und wohlgehütet vorbereitet wurden, die man von einer Globalisierungsstufe her kennt.

Blöd ist jetzt nur, es war wohl keinem eindrücklich voher klar, das man solche Dinge nicht mal eben so, quasi an der Öffentlichkeit vorbei, beschließen und somit dingfest machen kann.

Fehler Nummer eins war, es im geheimen zu tun. Wenn diese Verträge unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorbereitet wurden, kann das nur Misstrauen schüren. Man hätte sie also, und wenn nur um Vertrauen in der breiten Masse zu schaffen, lieber öffentlich handhaben sollen.

Fehler Nummer zwei ist, man hat wohl nicht gedacht, das wenn das öffentlich wird, sich tatsächlich Leute für den Inhalt dessen interssieren, was da drin steht. Man hat nicht gedacht, das da einer oder auch ein paar mehr denken.
Und hier komme ich jetzt auf den obrigen Text von Sven Giegold zu sprechen. Gesellschaftlichen Gräben jedweder Form über eine Ausrichtung der Handelspolitik oder andere Dinge werden nie durch geheime Verhandelunge geschlossen.

Die darin erwähnte klare Kompetenzverteilungen schafft nur wieder eine übergeorneten Institution ( von denen wir nun tatsächlich schon mehr als eine zu viel haben, Thema „Wasserkopf“ und deren Kosten, also Finanzmittel die wieder irgendwoher bechaffen werden müssen ), die sich dann wiederum mit den von Natur aus gegeben sind und schon aus kultureller Sicht nie oder nur kaum zu überwinden sind, befassen muß.

Wenn der Sinn dieser übergeordneten Institution nur ist, zu sagen wo´s lang geht, dann wird das in der breiten Masse kaum auf Gegenliebe stoßen.

Der gesellschaftliche, im Sinne der Menschen die damit umgehen müssen, Konflikt in der Handelspoltik ist offensichtlich. Die gewollte, wenn auch zum Teil notwendige Komplexität der TTIP und CETA-Verträge zeigen eindeutig, daß Handelspolitik Gesellschaftspolitik ist. Eine Gesellschaftspolitik die nur auf den Grundpfeilern einer Handelspolitik beruht, kann aber nicht langfristig funktionieren. Zumindest nicht so, das sie jeden und somit auch die einfachen Menschen zufrieden stellt.

Das, oder die heutige Zeit ist nicht mehr das alte Rom, wo das Motto Brot und Spiele für den gesellschaftlichen Frieden sorgen wird. Und da kann man noch soviel „Volks-TV“ mit immer mehr fragwürdigen Stars und immer neuen, ja zum Teil schon abartigen ( Ethik ) Macharten aus der Kiste zaubern. Irgendwann hat es sich ausgezaubert und dann…

…tauchen die einfachen Fragen auf, die die Menschen derzeit so umtreibt. Womit werde ich in den nächsten Tagen satt, wovon bezahle ich die nächste Arztrechnung, wie und wovon werden meine Kinder leben können und wie sieht es im Alter aus ?

Und das ist alle keine Utopie.

Alterarmut wird Fakt werden, weil es nicht mehr genug jungen Menschen gibt die die Schere zwischen Alt und Jung schließen können. Und die wenigen, oder ein nicht ganz unerheblicher Großteil die noch da sind, müssen sich mit Zweit- u. Drittjobs über Wasser halten. Der Raubbau an den Sozialkassen ist schon soweit fortgeschritten, das wir ja heute schon Medikamente selber bezahlen müssen und uns an eigentlich selbstverständlichen Behandlungen beteilligen sollen. Und uns hier in der BRD geht es noch gut.

Aber selbst die einfachsten Menschen hier sind nicht so dumm, auch wenn man sie gerne dazu hinerziehen will, das sie nicht merken was hier versucht wird zu implantieren. Ein Gesundheits und Sozialsystem wie in den USA etwa ?

Denn eine dem Gewinn verpflichtete Wirtschaftsform wird an allen Ecken und Kanten knapsen um eben auch noch das letzte Quäntchen aus dem System zu holen.

Die Folgen werden sein Armut, auch im Bereich der Bildung, Radikalisierung, seien es Terrorgruppen oder der Zulauf fragwürdiger Parteien die ich hier nicht nennen werde oder letztendlich auch Krieg. Geschichtliche Beispiele kann man sich selbst genug herausfiltern. Denn in den Geschichtsstunden diverser Schulen wird soetwas nicht mehr vermittelt. Warum bloß ?

Globalisierung kann nur im ethischen Einklang und mit Respekt funktionieren. Und azu braucht es zunächst mal grundsätzlich keinerlei schriftlicher Form. Denn diese Formen sollen nur dazu dienen, neue Institionen zu schaffen, die den bisherigen ( und in meinen Augen bisher recht gut funktionierenden, natürlich auch stets kritisch betrachtet, Stichwort Lobbismus ) übergeordnet sind.
Schiedsgerichte – nein danke. Diese sind nur eine Aushölung, nein eigentlich einen Entmachtung bereits bestehender demokratischer Grundformen.

Jeder Mensch auf dieser Welt trägt eine gewisse Verantwortung. Und dies beinhaltet auch die Form des kritischen Betrachtens mitsamt seinen Fragen oder Bemerkungen.

Wer in ein anderes Land will, mit ihm Handel treiben will, hat sich den Sitten, Gebräuchen oder auch den neuzeitlichen Normen dort anzupassen so gut es geht.